Weitsichtige Firmen und Institutionen befassten sich in den siebziger und achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts mit den Möglichkeiten, neben den bewährten Energiequellen aus Wasserkraft und Kernkraft weitere Ressourcen zu erschliessen. Die Photovoltaik, das heisst die Stromerzeugung aus Sonnenenergie, galt dabei als ein grosser Hoffnungsträger.

Die damalige Elektrowatt Ingenieurunternehmung installierte 1978 auf dem Elektrowatt-Gebäude in Zürich die erste Photovoltaik-Anlage der Schweiz im Kilowattbereich. Aufgrund der positiven Betriebserfahrungen wurde 1985 die Idee eines eigentlichen Sonnenkraftwerks entwickelt. Daraus entstand 1987 das Projekt, ein «Photovoltaisches alpines Kraftwerk» von 500 Kilowatt Leistung (kurz: PHALK 500) als Forschungs-, Entwicklungs- und Demonstrationsanlage zu bauen. Es wurden mögliche Standorte in den Kantonen Graubünden, Wallis und Bern evaluiert.

Diese Arbeiten führten im Juni 1988 zur Bildung des Konsortiums PHALK 500, getragen von der BKW Energie AG (BKW) und der Elektrowatt AG. Das Konsortium entschied sich im Dezember 1988 für den Standort Mont-Soleil im Berner Jura auf einer rund 20'000 Quadratmeter grossen Landfläche auf 1'200 Meter über Meer.

Am 17. Mai 1989 wurde das Baugesuch für die Errichtung eines Sonnenkraftwerks von 500 Kilowatt Leistung eingereicht. Am gleichen Tag stellten Vertreter der BKW und Elektrowatt das Projekt der Öffentlichkeit vor. Das Medienecho war gross und ging weit über die Landesgrenzen hinaus.

Gegen das Baugesuch gingen keine Einsprachen ein. Die Préfecture de Courtelary erteilte die Baubewilligung am 3. April 1989, also nur knappe elf Monate nach Einreichung des Baugesuchs. Damit waren die technischen und bewilligungsmässigen Voraussetzungen zur Realisierung des auf acht Millionen Franken veranschlagten Projektes erfüllt. Als nächstes galt es, die Trägerschaft für Finanzierung und Betrieb der Anlage aufzubauen. Den Initianten der BKW und Elektrowatt gelang es, innert Jahresfrist eine breit abgestützte Trägerschaft für das Projekt zu begeistern. Am 6. Juni 1990 erfolgte die Gründung der Gesellschaft Mont-Soleil.

Meilensteine

1988 Juni Bildung Konsortium PHALK 500 durch BKW und Elektrowatt
1989 Mai Einreichung Baugesuch, Information Öffentlichkeit
1990 April Erteilung der Baubewilligung
  Juni Gründung Gesellschaft Mont-Soleil
1991 Juni Baubeginn des Solarkraftwerks
1992 Februar Produktion der ersten Kilowattstunde
  Februar Start des ersten Forschungsprogramms
  April Inbetriebnahme des Sonnenkraftwerks durch den Bundesrat Adolf Ogi
  Mai Tag der offen Türe mit grossem Publikumsandrang
1995 Mai Einrichten eines Testfeldes zur Erprobung neuer Komponenten
1997 Mai Eröffnung des Erlebnispfads «Sentier Découverte»
2000 Januar Projektlancierung zum Bau des weltgrössten Solarschiffes
2001 Juli Inbetriebnahme des weltgrössten Solarschiffes
2010 Juni 20. Jubiläum der Gesellschaft Mont-Soleil
2012 April 20. Jubiläum des Sonnenkraftwerk Mont-Soleil
2015 Januar Gesellschaftsneugründung mit neuer Trägerschaft und erweiterter Zielsetzung